Schonende Bodenarbeit - Schutz für Regenwürmer

Der Boden in einem Schrebergarten ist die wichtigste Grundlage für gutes Wachstum. Gepflegte Gärten erhalten den Wert der Parzelle und lassen Blumen und Beete gedeihen. Um den Boden muss man sich nicht nur im Frühjahr zur Pflanz- und Aussaatzeit kümmern. Ein Maß für einen gesunden Boden sind die unterschiedlichen Lebewesen, die man in ihm findet. Besonders Regenwürmer gelten als echte Bodenbearbeiter. Sie sollten bei den notwendigen Pflegemaßnahmen geschont und bewahrt werden.

Gruppe von Regenwürmern wawritto/Depositphotos.com

Regenwürmer leisten viel für uns

Als sehr gute Helfer im Schrebergarten gelten die Regenwürmer. Sie werden in der Fachwelt als Primärzersetzer bezeichnet, da sie grobe Pflanzenreste aufarbeiten und verdauen können. Dies macht es den anderen kleineren Lebewesen im Boden, wie zum Beispiel Insektenlarven, Schnecken und Asseln, überhaupt erst möglich die Bestandteile im Garten weiter zu zerlegen. Regenwürmer sind also ein Teil der Lebensgemeinschaft im Gartenboden. Ein weiterer Vorteil eines an Regenwürmern reichen Bodens ist die Durchlüftung. Die Gänge der Regenwürmer haben einige Zeit bestand. Es kommt Sauerstoff in Regionen und Schichten des Bodens, der sonst nicht so gut versorgt wäre. Auch das erleichtert die Arbeit für die weiteren Bodenorganismen. Regenwürmer sind wahre Meister im Transportieren. Sie können sogar Blätter in ihre Löcher hineinziehen und dort verarbeiten. Gleichzeitig bringen die Würmer auch Bodenbestandteile von weit unten nach oben. Mit dieser Verteilung in beide Richtungen im Boden entsteht ein Kreislauf. Dies betrifft aus der Sicht des Schrebergärtners auch die Nährstoffe. Durch Regen und Gießen werden die dringend benötigten Stoffe weiter nach unten in den Boden ausgespült, wo die Wurzeln der Pflanzen sie nur schwer erreichen können. Durch reichlich Regenwürmer kann der Gehalt an oberflächennahen Nährstoffen gesteigert werden. Einzigartig macht die Regenwürmer ihr besonderes Enzym und die Darmaktivität. Sie können wie kein anderer grabender Bodenbewohner die hartnäckigen Stoffe Zellulose und Lignin der Pflanzen verdauen. Diese Fähigkeit haben sonst nur noch Ameisen im Garten.

Ein guter Boden durch Regenwürmer

Langfristig zahlt sich schonende Bodenarbeit im Kleingarten aus. Regenwürmer werden sich gerne dort aufhalten und aktiv für einen gesunden Boden sorgen. Besonders förderlich ist der Regenwurm für den Humusgehalt in den oberen Schichten des Bodens. Pflanzen, die nur kurze und wenig tiefe Wurzeln bilden, sind auf die gute Versorgung angewiesen. Das gleiche gilt für Sämlinge beim Keimen. Ein guter Austrieb und die Förderung eines guten Wurzelwerks der Pflanze ist die Folge. Wer in Containern oder kleinen Pflanzgefäßen für seinen Schrebergarten vorzieht, kann sich selbst bei seinen Beeten mit bester Erde bedienen. Hat man durch schonende Bodenbearbeitung reichlich Regenwürmer, dann wird in ausreichender Menge von den wertvollen und nährstoffreichen Bestandteilen nachproduziert.

Geeignete Geräte im Garten

Gute Geräte sind wichtig im Garten. Hacke und Rechen sind für die oberflächennahen Arbeiten bestimmt. Mit dem Spaten wird der Boden aufgestoßen und gewendet. Beim Wenden entsteht der gleiche Effekt, der beim Regenwurm gewünscht wird. Die Grabegabel dienst zum Aufbrechen von schwerem oder verdichtetem Boden. Es kommen Pflanzenreste nach unten und Nährstoffe nach oben. Bei guter Bodenbearbeitung durch Regenwürmer kann man sich das Umgraben eventuell sogar sparen, da sie für den Kleingärtner die Arbeit machen. In der Landwirtschaft wird auch zunehmend auf tiefgründige Bodenarbeit verzichtet. Hat man dennoch umgegraben, soll der offen liegende Boden über den Winter durch die Frostgare fein bröselig werden. Nachteilig wirkt sich bei umgegrabenem offenliegendem Boden im Garten jedoch aus, das mit Wind und Luftbewegung dem Boden Feuchtigkeit entzogen wird. Er trocknet aus, sodass ein Nachteil dadurch auch für die Regenwürmer entsteht.

Schonendes Lockern des Bodens

Einer behutsamen Bodenbearbeitung sollte immer Vorrang gegeben werden, bevor man darüber nachdenkt umzugraben. Ideal dafür im Einsatz ist die Grabegabel Sie lässt sich auch in verdichtetem Boden gut einstechen und über die Hebelwirkung werden große Stücke herausgebrochen. Gemüsebeete kann man mit einem Grubber gut bearbeiten. Das ist normalerweise ausreichend, wenn die Struktur bereits krümelig ist.

Humus Einarbeiten und Regenwürmer unterstützen

Nicht jeder Platz im Schrebergarten ist gleich gut für jede Kultur geeignet. Für den Ausgleich der Flächen und zur Vermehrung der wertvollen Regenwürmer kann Humus aus eigenen benachbarten Beeten genommen werden, der beim Aufbrechen mit der Grabegabel auf nicht so guten Beetbereichen im Garten eingebracht werden kann. Oft verteilt man schon so Regenwürmer auf natürliche Weise auf seiner Parzelle. Die verbrachten Regenwürmer erhalten an ihrem neuen Ort gute Startbedingungen. Wenig Konkurrenz und frisch gelockertes und zerbröseltes Material, sowie noch nicht verarbeitete Pflanzenreste. So kann bereits vor dem Winter die Bodenverbesserung mit Regenwürmer starten.

Umgraben und Regenwürmer schützen

Wenn man doch umgraben möchte, weil ein bislang wenig gepflegte Beet nun verbessert werden soll, dann sollte man die Tätigkeit bei trockenem Wetter durchführen. Wenn eine längere Phase ohne Niederschlag bestand, befinden sich die Regenwürmer weiter unten im Boden und werden durch den Spaten weniger oft verletzt. Durch Niederschlag und die Vibrationen, die der Regen auf dem Boden auslöst, kommen die Regenwürmer nach oben und sind so beim Umgraben viel stärker gefährdet. Der Effekt kann auch selber nachgeahmt werden, indem man auf den Boden mit der flachen Hand klopft. Für den Kleingärtner bedeutet das, dass man möglichst ruhig mit den Umgrabearbeiten beginnen sollte, um nicht die Regenwürmer anzulocken. Das Zerteilen eines Regenwurms bringt für ihn oft das Lebensende. Zwar bewegen sich noch die beiden Teile, jedoch sind die Verletzungen der Angriffspunkt für Krankheiten, sodass höchstens ein Teil des Wurms weiterleben kann. Generell ist Umgraben ein starker Eingriff in den Boden. Dies sollte man als Gärtner bedenken, da der Lebensraum von Bodenorganismen gestört wird.

Fazit

Regenwürmer pflegen unseren Boden im Schrebergarten und sorgen dafür, dass sich das Pflanzenmaterial gut zersetzt. Die Erde wird fein und krümelig und der wichtige Humusgehalt steigt dadurch. Arbeitern zur Bodenlockerung oder das Umgraben sollten per Hand erledigt werden, anstatt auf einen Einsatz von motorbetriebenen Geräten zu setzen. Grabeschaufel und Spaten sind die bevorzugten Gartengeräte. Vor der Bodenbearbeitung sollte man nicht durch Klopfen an und auf den Beeten die nahende Bodenbearbeitung anzukündigen. So können die Regenwürmer reagieren und sich weiter nach unten zurückziehen. Schonende Bodenbearbeitung ist ein langfristiges Engagement und zahlt sich über die nächsten Jahre für den Kleingärntner aus. Er fördert Nützlinge und sorgt für gesundes Pflanzenwachstum auf seiner Parzelle.